Transparenz und lasst uns bitte über gesundes Essen… diskutieren.

Hüttengaudi

Der New- Media Shit- Storm, sorry ein Fachausdruck, mehr oder weniger - der diese Tage über meinen Lehrmeister Alfons Schuhbeck hinwegfegt ist nicht mehr harmlos. Das sind unter anderem die Auswirkungen von Facebook, Twitter, Blog und Co in einer drastisch veränderten Medienlandschaft.


In einem Vortrag von Richard Gutjahr habe ich in der letzten Woche etwas interessantes aufgefangen: Richard meint in seinem Vortrag - "Transparenz ist die neue Objektivität". Das hat zeitlich perfekt gepasst und mich am nächsten Tag eingeholt. Da hat mich Nico, der PR Chef von McDonalds Deutschland kontaktiert und mir den Start der Hüttengaudi mit Alfons Schuhbeck angekündigt. Nico habe ich hier kennen gelernt - damit  zurück zur Transparenz bzw. Durchsichtigkeit.

Der Fitfood Tipp, passend zu diesem Beitrag

Die Transparenz hat also kulinarisch gnadenlos zugeschlagen:
Wir haben nun alle genug, mehr oder weniger heftig und deftig über den Alfons als Hüttenwirt Meinungen getauscht und fast jeder der etwas dazu zu sagen hatte hat es einfach getan.  

Interessant fand ich diese "New Media Alfons - Transparenz - Falle". Ich meine damit den charmanten Alfons, der am Vormittag noch im Bayerischen Rundfunk von Entschlacken und Ingwer spricht, am Abend dann den Burger in den Händen hält. Oberflächlich gesehen treibt das so manchen Zeitgenossen in den Wahnsinn und da ist sie wieder, die Diskussion über gesund und ungesund über aufsteigen und vergehen. Der Transparenz der neuen Medienlandschaft ist damit genüge getan.

Die Transparenz Falle, die längst keine mehr ist:
Bei weitem spannender lässt sich aus den Reaktionen ein klarer Rückschluss ziehen über das Bild eines Mannes in der Öffentlichkeit. Da steht er also der Hüne von einem bayerischen Mannsbild - das Urgestein in seiner ganzen Körperlichkeit und erzählt uns schon seit Jahren welche Kräuter wir essen müssen, damit die Fettverbrennung angeregt wird - welche Suppen wir zum entschlacken trinken sollen und so weiter und so fort.

Wer hat den das alles geglaubt? Wer hat diesem Bild dieser, hin und wieder auch Marke genannten Institution wirklich glauben geschenkt? Mal ehrlich - eigentlich niemand, oder? Gut ist also, dass Menschen das endlich nicht mehr mitmachen und etablierte Medien früher oder später einlenken müssen.


Das Positive aus dieser Sache:
Die ganze Aktion im Internet, die vielen Kommentare zeigen neben verständlichem Ärger die allgemeine Planlosigkeit zum Thema gesunde Ernährung. Kommunikativ ist, das haben wir gelernt, ein "Entschlackung´s Drink zum Frühstück" ein Widerspruch zum "Burger mit Fritten" am Abend. In der Praxis ist das jedoch oft Realität und zumindest ansatzweise schon mal ein guter Weg. Ja liebe Freunde, es ist wirklich ein guter Weg.

Es kommt noch besser, es ist im Prinzip auch kein Widerspruch: Wer Vormittag der Entschlackung frönt  kann Abends sich dem Schlemmen (auf welche Art auch immer) widmen. Das ist zum guten Ende nun eine passende Auflösung: Der Ursprung des Übels liegt in der Perfektion, diese ist in Ernährungsdingen für jeden eine andere Wahrheit.

Meine persönliche Meinung dazu: Gönne Dir was und schaffe Ausgleich. Wer täglich mehrfach gutes tut (sich selbst und anderen) bekommt auch gutes zurück. Indes gilt das für die Ernährung im besonderen.

Im ersten Ansatz die Praxis der gesunden Food Transparenz, wie ich Sie sehe:
Die Woche besteht für mich aus 7 Tagen und ca. 35 mal Essen. Das bedeutet ich habe auch alle Snacks und Kleinigkeiten dazu genommen - weil diese wichtig und richtig sind. Angenommen ich esse nun einmal die Woche einen Burger mit Fritten, ein Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat, einen fetten Schweinebraten oder andere, derzeit vielleicht als ungesundes Zeugs titulierte Schlemmerei. Welche Auswirkung hat es, wenn ich die restlichen 34 Mahlzeiten, sagen wir einmal Optimal verspeise? Keine, eben, die Menge macht´s, das Verhältnis macht´s, die Häufigkeit macht am Ende den Thomas dick oder dünn.

Meine eigenen Erfahrungen zum Thema Dick und Dünn könnt Ihr hier nachlesen, jetzt interessiert mich aber eure Meinung zum Thema gesund Essen - was glaubt Ihr ist gesundes Essen? Bitte nicht zögern, Ihr könnt da unten auch anonym alles möglich eintippen und kommt nicht auf den Scheiterhaufen für Köchinnen und Köche.

Der Fitfood Tipp zu diesem Beitrag: Lasst uns selbst mit gutem Beispiel vorangehen, besonders wenn die Aufreger unterwegs sind lohnt sich eine basische Woche - viel Gemüse und feine Suppen.
 

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Bärlauchpesto

Zweierlei Bärlauchpesto wird in dieser Folge von Thomas Sixt´s Headcam Cooking zubereitet. Rezept: http://de.peperita.com/rezept/baerlauchpesto-grundrezept Das einfache Pesto mit Bärlauch, Olivenöl, Chili und Salz ist ideal zur Zubereitung von Suppen ...

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Kommentare

Was ist gesundes Essen?

Bild von Gast

Hallo Thomas, hier ist Markus von DonGusto.
Ich gebe dir vollkommen recht, wenn du sagst die Menge macht's aus. Wenn ich mich 6 Tage "normal" ernähre und an einem Tag einen Burger, Leberkässemmel, Döner etc. mir reinziehe wird mir das nichts machen. Leider ist es oft nur so, das es nicht bei dem einen Mal bleibt. Ich glaube, das dein Körper dir sagt was er braucht. Ich war immer ein großer Fleischtiger und Gemüsehasser, heute steht Fleisch vielleicht 1-2 mal auf meinem Speiseplan. Die Menge macht es, wie du ja bereits erwähnt hast. Nur, wer sich ständig von Fastfood ernährt braucht sich nicht wundern, wenn er nicht nur dicker wird sondern mit den Jahren auch Krank! Dieses Thema sollten wir viel mehr fokussieren, da ich fest daran glaube, das man sich so manche Krankheit mit einer ausgewogenen Ernährung (viel Gemüse, Vollkorn, Fisch, wenig Fleisch, wenig Fett, wenig Fastfood etc.) ersparen kann. Und nochmal die Menge bzw. die Abwechslung machst, oder wer will denn schon immer das gleiche Zeugs fressen? ;)

gesundes Essen

Bild von Gast

Erst einmal vielen Dank für die Verlinkung meiner Gedanken zum aktuellen Schuhbeck-Bashing.

Ja, was ist gesundes Essen?!
Sagen wir mal so, durch kochtechnische Verschandelung kann man aus gute Produkten, ungesundes Essen zaubern. Andersherum funktioniert das Prinzip aber nicht. Aus schlechten Produkten kann auch kein Meisterkoch gesundes Essen basteln.

Nach meiner sehr maßgeblichen Meinung, ist es heutzutage fast unmöglich, sich gesund zu ernähren. Das fängt schon bei den Produkten an. Es sind wohl nur noch Selbstversorger in der Lage, die Lebensmittel zu produzieren, die man bedenkenlos essen kann. Sowohl von der Sortenfrage als auch von der geschmacklichen Qualität und der Belastung mit Pestiziden und anderen Zuschlagstoffen.

Weiterhin fehlt dem modernen Menschen schlichtweg die Zeit, die man einer durchdachten Zubereitung widmen müsste. Um mal die Rechnung aus der historischen Perspektive aufzumachen: Noch vor 200 Jahren hat der durchschnittliche Mensch etwa 75 Prozent seiner Zeit- und Kapitalressourcen aufgewandt, um sich sein täglich Brot zu verdienen. Heute sind es etwa 11-13 Prozent. Und trotzdem, das stelle ich auch bei mir fest, widme ich dem Kochen bzw. dem Essen und dem bewussten Einkaufen guter Produkte nur ein Bruchteil der freigewordenen Zeit. Und da ist er wieder, der Fonsi mit seinem Auto-Motorenöl-Gutes-für-den-eigenen-Körper Vergleich ...

Und noch etwas fiel mir auf. Die Chaussee in meinem alten Dorf, mit schmackhaften Apfelbäumen bepflanzt (unter anderem mittlerweile selten gewordenen Goldparmänen), wird seit Jahren nicht mehr abgeerntet. Obwohl die Bäume niemandem gehören, verfaulen jährlich Zentner an bestem und gesunden (weil keiner Chemiebehandlung unterzogen) Obst. Wenn ich eine Antwort darauf (und auf das oben geschilderte Phänomen) gefunden habe, kann ich auch das mit der Gesundheit bei der heutigen Ernährung eventuell erklären.
Bis dahin versuche ich mich so gut es geht, durch die Problematik mit dem gesunden Essen zu schlagen.

Danke für Deinen Kommentar,

Bild von admin

Danke für Deinen Kommentar, so geht es wohl vielen Menschen. In der Flut von Meldungen und Scheinwissen, die wir in den Medien tägilch erleben bleibt die Frage, was ist nun eigentlich wirklich gesund?

Ich gehe das Thema seit Sommer/Herbst 2011 anders an - neben der Thematik der Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln sehe ich einfach großes Gesund- Potential in möglichst vielen frischen Nahrungsmittel, möglichst unbehandelt und wenig verarbeitet.

Das war auch für mich eine große Umstellung, die ich aber gesundheitsbedingt machen musste.

Kaum hatte ich 8 Wochen bestimmte Dinge von meinem Speiseplan komplett gestrichen, ging es mit dem Gewicht bergab und mit der Vitalität bergauf. Das ganze ohne Sport und mit sehr viel kulinarischem Genuß.

Ich denke, dass gesunde Ernährung sehr wohl möglich ist und ich glaube die Ausrede mit der Zeit zieht auch nicht ganz. Schlichtweg fehlt es an wirklicher Aufklärung und die Frage: Was isst gesund" bleibt noch unbeantwortet.

 

 

die Zeit

Bild von Gast

Wenn Sie einfach einen Artikel schreiben, auf welche Lebensmittel Sie verzichtet haben ... die die Pfunde purzeln ließen :o)

Die Frage ist, haben wir wirklich so schlechte Lebensmittel? Natürlich, es kann immer noch ein Quantum besser sein, aber sind die jetzigen im Supermarkt erhältlichen Sachen so schlecht?
Und wenn ja, was müsste unternommen werden, um sie besser zu machen. Nicht nur besser, sondern auch für die Massen erschwinglich.
Richtig kompliziert wird es, wenn man Qualität der Produkte und Anbaubedingungen (ökonomisch und ökologisch sowie sozial) in ein ausgewogenes Verhältnis bringen möchte. Wenn die ganzen "Tofu-Heinis" wüssten, wie ihr Soja zustandekommt und produziert wird. Aber naja, lassen wir das. Das Fass ist viel zu gross, um es in einem Blog zu diskutieren.

Wie war das mit der Zeit?!
Ich persönlich nehme mir täglich im Schnitt vielleicht eine knappe Stunde Zeit für alle Mahlzeiten des Tages zusammengenommen. Wie gesagt, im Schnitt und auf das reine Zubereiten bezogen. Das kommt mir schon sehr viel vor, wobei es wahrscheinlich viel zu ungenügend ist. Aber ich wette, dass es der Mehrheit der Leute genauso geht, die mal gerade nicht beruflich mit dem Thema zu tun haben. Ich als Webfuzzi kann mir zum Beispiel auch nicht vorstellen, dass jemand keine 5 Stunden täglich am Rechner sitzt.

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