Tödlicher Käse! Vertuschter Lebensmittelskandal?

Mal wieder ist in Deutschland ein Discounter in den Schlagzeilen: Diesmal ist es die Handelskette Lidl, die zwei Sorten Harzer Käse im Angebot hat, die mit Listerien verseucht sind und bereits 6 Todesopfer gefordert hat. (An diesen Bakterien waren im vergangenen Jahr zwei Deutsche und vier Österreicher gestorben, weitere zwölf Menschen erkrankten, bestätigte das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin). Das letzte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) der Produkte ist der 16.02.2010. Sollten noch Produkte im Haushalt vorrätig sein, bittet Lidl diese Produkte keinesfalls zu verzehren.
Hersteller der Käse ist die Österreichische Firma Prolactal. Kunden und Konsumenten sollten den Rückruf der Lidl-Sorten "Reinhardshof, Harzer Käse" und "Reinhardshof, Bauernkäse mit Edelschimmel" des österreichischen Herstellers Prolactal GmbH "unbedingt beachten", teilte das das Unternehmen am 16.2. in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) mit. Gewarnt wurden Verbraucher vor allem in Baden-Württemberg, Schleswig- Holstein, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern.
Aber auch in Österreich wird dieser Käse verkauft - allerdings nicht bei Lidl. Hier wird der Käse bei Spar, Geschäften der Rewe-Gruppe, Hofer und dem gesamten Lebensmittelhandel - ausgenommen Lidl - vertrieben. Im Verkauf waren Sorten und Verpackungen: Hartberger Bauernquargel natur 200g, Hartberger Bauernquargel Paprika 200g, Hartberger Bauernquargel Paprika 100g, Hartberger Bauernquargel mit Kümmel 200g, Steirischer Quargel mit Paprika 125g, Steirischer Quargel mit Kümmel 125g, Fastenkäse Klassik 150g, Fastenkäse Chilli 150g, Milchkanne Quargel 200g, Milfina Quargel 200g.
In Österreich hat die Firma Prolactal am 23. Januar auf "Gesundheitsrisiken" beim Verzehr des Käses hingewiesen, aber kein ausdrückliches Verzehrverbot ausgesprochen. Ebenso hat Lidl zu diesem Zeitpunkt eine Rückholaktion gestartet. Warum die Öffentlichkeit aber nicht schon zu diesem Zeitpunkt über die Todesfälle informiert wurde, bleibt fraglich.
Weiterhin bemerkenswert: Ein Informant der "Austria Presse Agentur" behauptet, Prolactal habe bereits seit September von der Gefahr gewusst. Er sprach von "schlampigem" Umgang mit Hygiene und erklärte, dass im Betrieb seit den ersten Vorfall von zu hohen Werten intensiv, aber erfolglos nach der Kontaminationsursache gesucht werde.
Aber erst jetzt, als wirklich Todesopfer zu beklagen sind, wird öffentlich reagiert. Ich frage mich bei der ganzen schreckliche Geschichte, wie es eigentlich um die Lebensmittelkontrollen bestellt ist - sowohl der Eigenkontrolle also auch der Behördlichen. Wie wird der Rohstoffeingang kontrolliert, wie die Herstellung und letztendlich die Kontrolle des Endproduktes? Alle weisen immer darauf hin, wie sorgfältig kontrolliert wird und Hygienebestimmungen eingehalten. Wie kann es dann zu solchen Vorfällen mit Todesfolgen kommen?. Und: wann wird vor verseuchten Produkten gewarnt? Wartet man erst ab, bis es - wie in diesem Fall - zu den ersten Todesopfern kommt?
Erstes Fazit: Kontrollen sind gut - sie müssen aber auch durchgeführt, eigehalten und letztendlich frühzeitig Konsequenzen gezogen werden. Die Konsumenten müssen gewarnt werden und rechtzeitig definitive Verzehrverbote ausgesprochen werden.
Inzwischen beschäftigt der Fall auch die österreichische Staatsanwaltschaft und Polizei; die Grazer Anklagebehörde hat einen Ermittlungsantrag gestellt. Ermittelt werde wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung gegen die Verantwortlichen des Unternehmens.
Ich werde dranbleiben und von den weiteren Ergebnissen berichten.
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Mozzarella jetzt mit bläulicher Färbung
from Thomas Sixt on 21. Juni 2010 - 14:40Mal wieder eine Meldung gefunden, die in den rozzblog gut passt. Die Welt Online und andere Medien berichten heute von einem Mozzarella - der nach dem Öffnen blau anläuft und so sicherlich nicht dem typischen Bild eines guten Mozzarella entspricht.&nbs...








